1. Oktober 2012

Billy Talent - live in Dresden

Die kanadische Punk-Rock-Band Billy Talent begann ihre Europa-Tour nach der Veröffentlichung des vierten Albums “Dead Silence” in Dresden. Und davon geleitet, Billy Talent gerne noch einmal nach zwei Jahren wieder live zu sehen, führte es auch mich dort hin. Die Wahl der Location war eher unspektakulär, wenn sie auch in Gestalt des Messehalle 1 durchaus den Anforderungen genügte.

Selbstverständlich gibt es hier im Blog keine Fotos, denn aufgrund der Logik, dass man den Veranstaltern etwas wegnehmen könnte, wenn ernstzunehmendes Fotoequipment mitgenommen werden würde, musste ich meine Ausrüstung daheim lassen.

Angekündigt waren zwei Vorbands: Arkells, eine weitere kanadische, wenn auch deutlich jüngere, Rockband sowie die deutlich bekannteren Anti-Flag aus den USA. Einlass war um 18 Uhr, Beginn war auf 20 Uhr angesetzt. Meine Erwartung war demnach, dass die Vorbands gegen 19 Uhr beginnen würden, damit der Hauptakt um 20 Uhr beginnen könnte. Weit gefehlt: Um sich passable Plätze zu sichern, musste man zwar nicht unbedingt gleich um 18 Uhr da sein, aber dennoch musste man bis 20 Uhr warten, damit es überhaupt mit Arkells losging.

Persönlich gefielen mir die Töne – die Band kam mir aber sehr “fucking awesome! sing louder etc. pp.” vor. Anti-Flag hörte sich soweit auch ganz nett an, wobei man hier den politischen Flügel des Punks deutlich ausgeprägter sah. Der Frontmann lobte auch die deutsche Gesellschaft, die nach den Ereignissen in Fukushima den Ausstieg aus der Nuklearenergie beschloss.

Inklusive Umbaupausen verzögerte sich also das Auftreten des erwarteten Hauptakts bis kurz nach 22 Uhr. Ein paar 3-Euro-Biere später konnte es also losgehen.

Wie erwartet kam Billy Talent mit dem Intro des aktuellen Albums auf die Bühne, woraufhin gleich “Viking Death March”, also die erste Single von “Dead Silence”, folgte. Ziemlich vorhersehbar soweit. Keine großen Überraschungen bisher.

Und auch sonst ging es im Programm weiter. Ein paar ältere Hits, zwischen drin die Frage, ob das Publikum denn was vom neuen Album hören möchte – als hätte man eine Wahlmöglichkeit. Alles solide gespielt, bis auf ein vom Album abweichendes Gitarrensolo, lief das Konzert wie aus der Dose.

Das Publikum war sehr energiegeladen, was deutlich zu merken war, es wurde viel getanzt, andere versuchten mit ihren Mobiltelefonen das Konzert mitzuschneiden und wiederum andere verstießen beim Pogen gegen jeden Punkt des Ehrenkodex’.

Am Ende fehlte mir etwas, das ich gar nicht in Worte fassen kann, wofür mir auch letztendlich ein definitives Gefühlt fehlt. Ich habe möglicherweise etwas erwartet, was eine Band gar nicht liefern kann. Weiterhin halte ich die Billy Talent-Alben für sehr feine Stücke Musik mit eindeutigen Melodien und einprägsamen Songs, die für viel Wiedererkennungswert sorgen, aber anscheinend auf der Bühne nicht weiter verbesserbar sind.

Es fehlte mir anscheinend etwas, was ich bei Auftritten von z.B. Mumford & Sons erlebt habe. Eine Emotion und eine Dramatik, die auf dem Album zu hören, aber nicht so eindeutig zu spüren ist, wie in der live-Situation.

So halte Bewertungen wie “großartig” und “bestes Konzert” in Bezug auf Billy Talents Auftakt in Dresden für weit übertrieben und bin mir nicht sicher, ob es ein Abhören der ordentlich abgemischten Alben auf einer nicht übersteuerten Anlage auch getan hätte.

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30. April 2012

Sacknachten 11

Kram, der eigentlich schon fertig auf der Platte liegt, man aber monatelang nichts damit tut. Kennt man.

Eigentlich war das mehr ein Experiment von mir, was alles so geht. Das Setup bestand aus drei “Kameras”. Frontal die Canon 7D, von der Seite ein (nicht näher spezifizierbarer) Sony HD Camcorder und hinten ein iPhone 4S.

Und jedes Gerät nervte mich auf die eine oder andere Art und Weise. Meine Canon mit dem debilen 4 GB-Limit, sprich: Ich musste alle 12 Minuten die Aufnahme neu starten (sofern ich es nicht vergessen habe, weil ich gerade bei einer anderen Kamera war). Beim iPhone habe ich das Blockieren des Weißabgleichs vergessen und zu allem Überfluss ist irgendwann der Speicher vollgelaufen. Die Sony, naja, produzierte ein eher vermatschtes Bild, wohl um das Sensorrauschen zu unterdrücken.

Noch mehr Freude hatte ich beim Schnitt, als ich realisierte, dass meine Spiegelreflex auf 30 fps, die Sony auf 25 fps und das iPhone auf 24 fps eingestellt war. Toll.

Synchronisiert habe ich die Videos anhand der Audiospur. Jede Kamera hatte mit jeweils ihrem eigenen Mikrofon den Ton aufgenommen und über den Jungs hing an der Decke ein Zoom-Audiorekorder. Ich habe dann alle Spuren in die Software “PluralEyes” gekippt, die dann nach gefühlt zehn Ausrastern ein wenig Feinjustierung einen chronologisch sortierten Block ausspuckte.

Geschnitten habe ich mit Final Cut Pro X. Nein, kein FCPX-Geheule. Weil es auch meiner Meinung nach nicht nötig ist. Früher habe ich viel mit Adobe Premiere gearbeitet, zwischendurch mit Sony Vegas und später mit FCP 7 und habe jetzt wirklich nicht viel zu beanstanden. Tatsächlich gab es zu meinem Schnittzeitpunkt in FCPX noch keine Multicam-Unterstützung – in der Zwischenzeit wurde sie nachgeliefert und ich muss sagen, dass ich mit meinen drei Spuren untereinander schneller war, als wenn ich das neue Feature benutzen würde. Für Leute, die mit vielen Kameras arbeiten, ist das sicherlich eine ganz andere Angelegenheit.

Das Audio habe ich direkt in Final Cut etwas aufgepeppt, die Logic-Plugins sind wirklich toll und wenn ich wirklich Ahnung von dem Kram hätte, wären sie vermutlich noch toller.

Was ich üben sollte: Kameraführung und Focus. Was ganz gut klappt: Einstellungen verkacken. Was Spaß macht: Video drehen, schneiden.

Ach, ich muss wieder mehr mit Video machen.

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15. April 2012

Dresden

Schon seit ungefähr 6 Monaten wohne ich nun in Dresden und komischerweise hatte ich es noch kein einziges Mal mit der Kamera ins Zentrum geschafft. Das wollte ich ändern und zog pünktlich zur blauen Stunden zur Elbe. Und tatsächlich kamen ein paar Aufnahmen dabei raus.

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