Die kanadische Punk-Rock-Band Billy Talent begann ihre Europa-Tour nach der Veröffentlichung des vierten Albums “Dead Silence” in Dresden. Und davon geleitet, Billy Talent gerne noch einmal nach zwei Jahren wieder live zu sehen, führte es auch mich dort hin. Die Wahl der Location war eher unspektakulär, wenn sie auch in Gestalt des Messehalle 1 durchaus den Anforderungen genügte.
Selbstverständlich gibt es hier im Blog keine Fotos, denn aufgrund der Logik, dass man den Veranstaltern etwas wegnehmen könnte, wenn ernstzunehmendes Fotoequipment mitgenommen werden würde, musste ich meine Ausrüstung daheim lassen.
Angekündigt waren zwei Vorbands: Arkells, eine weitere kanadische, wenn auch deutlich jüngere, Rockband sowie die deutlich bekannteren Anti-Flag aus den USA. Einlass war um 18 Uhr, Beginn war auf 20 Uhr angesetzt. Meine Erwartung war demnach, dass die Vorbands gegen 19 Uhr beginnen würden, damit der Hauptakt um 20 Uhr beginnen könnte. Weit gefehlt: Um sich passable Plätze zu sichern, musste man zwar nicht unbedingt gleich um 18 Uhr da sein, aber dennoch musste man bis 20 Uhr warten, damit es überhaupt mit Arkells losging.
Persönlich gefielen mir die Töne – die Band kam mir aber sehr “fucking awesome! sing louder etc. pp.” vor. Anti-Flag hörte sich soweit auch ganz nett an, wobei man hier den politischen Flügel des Punks deutlich ausgeprägter sah. Der Frontmann lobte auch die deutsche Gesellschaft, die nach den Ereignissen in Fukushima den Ausstieg aus der Nuklearenergie beschloss.
Inklusive Umbaupausen verzögerte sich also das Auftreten des erwarteten Hauptakts bis kurz nach 22 Uhr. Ein paar 3-Euro-Biere später konnte es also losgehen.
Wie erwartet kam Billy Talent mit dem Intro des aktuellen Albums auf die Bühne, woraufhin gleich “Viking Death March”, also die erste Single von “Dead Silence”, folgte. Ziemlich vorhersehbar soweit. Keine großen Überraschungen bisher.
Und auch sonst ging es im Programm weiter. Ein paar ältere Hits, zwischen drin die Frage, ob das Publikum denn was vom neuen Album hören möchte – als hätte man eine Wahlmöglichkeit. Alles solide gespielt, bis auf ein vom Album abweichendes Gitarrensolo, lief das Konzert wie aus der Dose.
Das Publikum war sehr energiegeladen, was deutlich zu merken war, es wurde viel getanzt, andere versuchten mit ihren Mobiltelefonen das Konzert mitzuschneiden und wiederum andere verstießen beim Pogen gegen jeden Punkt des Ehrenkodex’.
Am Ende fehlte mir etwas, das ich gar nicht in Worte fassen kann, wofür mir auch letztendlich ein definitives Gefühlt fehlt. Ich habe möglicherweise etwas erwartet, was eine Band gar nicht liefern kann. Weiterhin halte ich die Billy Talent-Alben für sehr feine Stücke Musik mit eindeutigen Melodien und einprägsamen Songs, die für viel Wiedererkennungswert sorgen, aber anscheinend auf der Bühne nicht weiter verbesserbar sind.
Es fehlte mir anscheinend etwas, was ich bei Auftritten von z.B. Mumford & Sons erlebt habe. Eine Emotion und eine Dramatik, die auf dem Album zu hören, aber nicht so eindeutig zu spüren ist, wie in der live-Situation.
So halte Bewertungen wie “großartig” und “bestes Konzert” in Bezug auf Billy Talents Auftakt in Dresden für weit übertrieben und bin mir nicht sicher, ob es ein Abhören der ordentlich abgemischten Alben auf einer nicht übersteuerten Anlage auch getan hätte.








